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Start Wissen Kurzmeldungen Die Zukunft der menschlichen Entwicklung

Die Zukunft der menschlichen Entwicklung

Unter den Lebensbedingungen der Vergangenheit könnte der moderne Mensch heute nicht überleben. Er hat seine "Aufzuchtbedingungen" in den Industrieländern so optimiert, dass er prächtig wächst. So war er zum Beispiel vor hundert Jahren noch ganze 14 Zentimeter kleiner als heute. Schon lange gilt nicht mehr das uralte Gesetz "survival of the fittest": Der Mensch ist die erste Spezies auf Erden, die sich zielgerichtet in die Evolution einmischt. Er hat sein Genom entschlüsselt und ihm liegt die Welt der Gene zu Füßen. Mit der Globalisierung setzt zudem ein Prozess ein, der unser Genom weltweit verschmelzen könnte. Die mannigfaltigen Menschenrassen würden zu einer Einheitsrasse werden.

Medien prägen die Kultur der Zukunft 

Blonde Haare, deren Gene rezessiv vererbt werden, sind vielleicht bald ausgestorben. Vielleicht aber wird für die Kinder der Zukunft blond zum Schönheitsideal. Dann könnten kulturelle Faktoren die Blondine überleben lassen. Die Kultur der Zukunft wird geprägt durch neue Medien, mit denen heutige Kinder bereits selbstverständlich aufwachsen. Prof. Brigitte Röder vom Institut für biologische Psychologie und Neuropsychologie bezweifelt, dass der visuelle Input dadurch stärker oder facettenreicher ist. Kinder, die in einem sozialem Umfeld, in der Natur aufwachsen, und damit mehr Konfrontationen in der Natur ausgesetzt sind, haben einen wesentlich vielseitigeren Input.

 Wissen statt Input

Éin großer Teil dieses Inputs ist heute durch Wissen ersetzt. Zur Zeit unserer Urgroßväter dauerte es ein volles Jahrhundert, bis sich das Wissen der Menschheit verdoppelte. Heute verdoppelt es sich alle fünf Jahre. Es ist unwahrscheinlich, dass unser Gehirn mit dieser schnellen Entwicklung mithalten kann. Findet die Evolution eine Lösung? Ersetzt die Aufsplitterung unserer Gesellschaft in viele Spezialisten die fehlende Entwicklung unseres 30.000 Jahre alten Gehirns? Oder sind wir auf dem Weg zu einem riesigen Superhirn - verteilt auf viele spezialisierte und miteinander vernetzte kleine Gehirne? Die Facettenhaltigkeit der Stimulation durch die Umgebung prägt ganz entscheidend das Gehirn, so die Psychologin Röder.

Das Gehirn entwickelt sich über Eindrücke 

Die Fähigkeit des Gehirns, sich später noch verändern zu können, oder später Aufgaben zu lernen oder übernehmen zu können, hängt also sehr stark von der Vielfältigkeit der Eindrücke in der Kindheit ab. "Und von daher könnte man spekulieren, dass das Leben in einer, in Anführungsstrichen, Monokultur durchaus auch die Fähigkeit des Gehirns, sich später anpassen zu können, einschränkt“, so Röder. Elektronische Geräte und Kreaturen sollen unser Menschenleben erleichtern. Nanotechnologien verändern den menschlichen Körper, während die Evolution des Menschen heute bereits abgeschlossen scheint? 

Verlangsamte Evolution

Der Hauptgrund, wieso die Entwicklung des Menschen sich verlangsame, sei einerseits der Wegfall der Selektionsmechanismen, andererseits aber auch der enorm große Genpool, den wir akkumuliert haben, meint Prof.Hans Lehrach vom Max Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin. Eine Gesellschaft von insgesamt ein paar zehntausend Individuen könne sich genetisch viel rascher entwickeln als eine Menschheit von sechs Milliarden. Kann der Mensch, der sich heute als Produkt der Evolution versteht, selber diese Evolution entscheidend verändern, sie planen und in eine bestimmte Richtung drängen? Oder steckt der Mensch in einer evolutionären Sackgasse, weil er seine Nische nur noch mit hochgezüchteter Technologie verlassen kann? Hat nicht der Mensch bereits begonnen, seine Umwelt irreparabel zu zerstören, indem er den Planet Erde rücksichtslos missbraucht?

 Anpassung heißt Überleben 

Wenn es um das reine Überleben geht, scheinen andere Tierarten dem Menschen weit überlegen zu sein, weil sie sich über Millionen von Jahren hinweg immer wieder und besser als der Mensch haben anpassen können. Ist der Aufbruch in den Weltraum am Ende nur ein Traum vom Neubeginn, der anders als der Wechsel des Urmenschen vom Regenwald in die Savanne nie stattfinden wird? Jede neue Generation trägt das Erbe von Millionen Jahren der Entwicklung in sich. Über eine ebenso weit entfernte Zukunft lässt sich nur spekulieren

 

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